Verkehrte Welt


Wenn die Zeit vor einem Auftritt mit Angst ausgefüllt ist, wenn die Künstler keine Kunst mehr erschaffen, sondern ihr Herzblut ausschließlich in reine Arbeit investieren, und Millionen Zuschauer glauben, dass Musik machen genau so funktioniert, dann muss ich wohl gerade Popstars schauen. Oder Deutschland sucht den Superstar. Oder ein anderes austauschbares Format.

Gerade ist im Hintergrund die stocksteife Version von “Free Your Mind” zuende gegangen und die Mädels, die eigentlich vom Applaus des Publikums euphorisiert sein sollten, sind so erleichtert wie ich nach meinem letzten Zahnarztbesuch.

Mann! Musik und vor allem die Darbietung vor Publikum sollten Spaß machen. Den Zuschauern UND den Musikern! Natürlich ist Musik machen – und mit Sicherheit so ziemlich jede Kunstform - auch immer ein Stück harte Arbeit. Aber auch diese Arbeit macht Spaß. Und nach einem Auftritt sollten die Künstler nicht einfach nur froh sein nicht auf die Bühne gekotzt zu haben.

Ich finde es unglaublich traurig, was für ein Bild von Kreativität und künstlerischem Ausdruck in den Köpfen der Teilnehmer und der Zuschauer solcher Formate erzeugt wird. Das hat nichts mit Desillusion oder der harten Wirklichkeit zu tun. Musik macht Spaß (und Alkohol schmeckt prima, aber davon gibt’s im SoulBlog mehr). Ich wäre ja wirklich auch gerne berühmt – und reich am besten auch, aber nicht um diesen Preis.

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